Projektmarkt erreicht neuen Höchststand seit Sommer 2024
Mit 104 Punkten erreicht das ProjektOmeter den höchsten Stand seit Juli 2024. Der Index steht 26 Punkte über dem Niveau des schwachen Vorjahres und signalisiert eine deutlich verbesserte Marktlage, auch wenn noch offen ist, wie stabil diese Bewegung in den kommenden Monaten bleibt.
Projektangebot
Das Projektangebot bleibt auf hohem Niveau. Allein auf freelancermap.de wurden in der vergangenen Woche 2.246 neue Projekte veröffentlicht. Besonders stark nachgefragt sind derzeit IT, Energie, Öffentlicher Dienst, Handel und Finanzen. Damit verbreitert sich die Nachfragebasis etwas: Neben den bereits tragenden Bereichen IT, Energie, Finanzwirtschaft und öffentlichem Sektor tritt nun auch der Handel sichtbar hervor. Das spricht dafür, dass die aktuelle Aufwärtsbewegung nicht nur von einzelnen Teilmärkten getragen wird.
Auffällig ist damit nicht nur das hohe Niveau des Angebots, sondern auch seine Breite über mehrere zentrale Branchen hinweg. Das spricht dafür, dass die Belebung nicht auf einzelne Sondereffekte beschränkt ist, sondern auf eine insgesamt festere Nachfrage nach externer Projektunterstützung hindeutet.
Nachfrage durch Freelancer
Die Nachfrage nach Projekten bleibt zugleich hoch. Mit 2.675 neuen Profilen auf den großen Plattformen bleibt der Wettbewerbsdruck unter Freelancern unverändert hoch. Die Marktlage verbessert sich also weiter, aber von einem entspannten Umfeld kann noch nicht die Rede sein. Genau dieses Muster war bereits in den vergangenen Wochen sichtbar: steigendes Angebot auf der einen, anhaltend hohe Konkurrenz auf der anderen Seite.
ANÜ und Vor-Ort-Anteil
Der Anteil von Projekten in Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ) liegt aktuell bei 15 Prozent und erreicht damit erneut einen hohen Wert. Das unterstreicht, dass ANÜ als Beauftragungsform weiter an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig liegt der Anteil von Projekten mit Vor-Ort-Einsatz bei 34 Prozent. Damit bleibt Präsenzarbeit zwar klar unter den Werten von Mitte 2024, gewinnt gegenüber den zuletzt sehr niedrigen Quoten aber wieder etwas an Gewicht. Der Markt bleibt also hybrid, ohne zu den früheren Vor-Ort-Mustern zurückzukehren. Zum Vergleich: Ende Februar lag der ANÜ-Anteil noch bei 14 Prozent, Anfang März bei 13 Prozent
Langfristige Einordnung
Nach dem schwachen Verlauf der Jahre 2024 und 2025 hat sich das ProjektOmeter seit Jahresbeginn deutlich erholt: von 81 Punkten Anfang Januar auf 103 Punkte Ende Februar und nach einem Rücksetzter nun auf 104 Punkte. Im Jahresvergleich zeigt sich ein saisonales Muster auf höherem Niveau.
Bemerkenswert ist auch, dass sich die bessere Marktlage noch nicht im Stimmungsbild der Freelancer widerspiegelt. So ist der durchschnittliche Stundensatz im jährlich erscheinenden Freelancer-Kompass erstmals gesunken – von 104 auf 103 Euro pro Stunde.
ProjektOmeter
Das ProjektOmeter der IT-Projektgenossenschaft bildet die Lage am Projektmarkt ab. Die Veränderung des Projektangebots auf freelancermap.de, freelance.de, Randstad/Gulp, Solcom, Hays und Ferchau bildet hier das Angebot, die Veränderung der Profilanzahl auf den drei größten Marktplätzen Freelancermap, Freelance.de und Randstad/Gulp die Nachfrage. Basiswert sind die Zahlen vom 1. August 2024. Der Chart zeigt das Verhältnis von Angebot und Nachfrage (=Angebot/Nachfrage) im Zeitverlauf. Seit Mitte Juli 2024 fiel das ProjektOmeter von 108 auf 63 Punkte am 08.01.2025 und steht nun bei 104 Punkten.
Das ProketOmeter wird in einem 3-Jahres-Chart abgebildet, um saisonale Trends hervorzuheben. Das aktuelle Kalenderjahr wird zusammen mit den beiden Vorjahren auf einer Monatsskala von Januar bis Dezember abgebildet. Zur Zeit sind das die Jahre 2026 (grün, ganz links), 2025 (dunkelgrau) und 2024 (hellgrau).